Neue Medien - Off is out
Die Möglichkeit zur Digitalisierung von Bildern, Texten und Tönen hat die Art und Weise, wie wir mit Informationen umgehen, erheblich verändert. Heute steht eine Vielzahl von Geräten bereit, mit denen Daten online oder offline verfügbar gemacht werden. Information ist transportabel geworden – inzwischen lassen sich ganze Bibliotheken von CD oder DVD abrufen. Der Grund dafür liegt in der rasanten technologischen Entwicklung seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, in der vor allem zwei Dinge einen Wendepunkt in der Kommunikationstechnologie markieren: der PC und das Handy.
Der PC, bei seiner Markteinführung noch ein Nerdspielzeug mit außerordentlich schwachbrüstiger Leistung, hat sich längst zu einem leistungsfähigen und flexiblen Multimediawerkzeug gemausert. Dem Normaluser ist er vor allem wegen seiner Vielseitigkeit ans Herz gewachsen: Ob als Musikarchiv oder Schreibwerkzeug, Fotolabor, Lexikon oder Spielgerät – das Gerät erfüllt eine derartige Vielzahl von Aufgaben, dass es kaum noch aus dem Alltag wegzudenken ist. Kaum jemand, der nicht – beruflich oder privat – mit Computern arbeitet. Und im Berufsleben stellen Computerkenntnisse in zunehmendem Maße eine Schlüsselqualifikation dar, ohne die fast gar nichts mehr geht.
Der mobile Zwilling des PCs, das Notebook, und sein kleiner Bruder, das Netbook, nehmen dabei eine immer wichtigere Position ein, wobei sich die Grenzen zwischen Handy und Netbook zunehmend verwischen. Hersteller wie User setzen gleichermaßen auf Mobilität – die liebgewonnenen Funktionen des PC sollen auch unterwegs verfügbar sein. Dabei ist das Notebook bzw. Netbook längst nicht mehr nur ein Arbeitsgerät, mit dem man anstehende Aufgaben erledigt oder seinen Arbeitstag plant, sondern ein Lifestyle-Accessoire, das die Persönlichkeit seines Users spiegelt, und durchaus nicht nur unter Jugendlichen ein Statussymbol, das den Rang und die Kompetenz seines Besitzers im Umgang mit den neuen Medien wie etwa einem Handys Vertrag anzeigt. Mobilität, Konnektivität und Kommunikativität prägen vor allem unter den Jüngeren das Lebensgefühl. On sein ist hip.
Handys mit Vertrag, I-Pod, MP3- und MP4-Player, mobile DVD-Player, Spielekonsolen, Digitalkameras und elektronische Gadgets aller Art sind zu Musthaves avanciert, die aus kaum einem Haushalt mehr wegzudenken sind. Die Hersteller haben ihnen beigebracht, miteinander zu kommunizieren – nicht immer ganz gefahrlos, wie die Praxis zeigt, denn leider sind auch neue computergestützte Formen der Kriminalität entstanden, die diese Eigenschaft ausnutzen.
Doch dass auch trotz dieses Wermutstropfens die Zukunft digital bleiben wird, daran zweifelt niemand. Die Beliebtheit der großen Elektronik- und Computermessen auch beim Normaluser mag als Indiz dafür dienen.